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Someone loves you


Inner Working Model-

Ich schaffe alles alleine/ Ich bin der Gute, ich habe Recht




Aktuell ein gängiges Modell, dass uns allen wohl recht gut geläufig ist. In uns und Anderen.

Was beinhaltet es?

Das Gefühl ist eines von ich mache meines, ich muss tun und erledigen, ich löse Problem bis hin zu „ich rette die Welt“, das Gefühl dahinter ist ein Modus von Stress und Einsamkeit, irgendwie gibt es Unruhe im Körper, man ertappt sich in einem ewigen Kreislauf von tun und machen und handeln, komischerweise wird es im Aussen aber nicht weniger, sondern eher mehr und komplexer.

Oft kommen körperliche Probleme dazu.


Woher kommt es?

Als Kind werden wir mindestens 12 Monate zu früh geboren, wir können weder laufen noch krabbeln und sind somit zu 100 Prozent auf andere angewiesen. Im Idealfall haben wir mindestens eine Bindungsperson, das kann ein Elternteil sein oder jemand anderes, der uns versorgt. Im falle dieses Musters begegnen wir einer Bindungsperson, die uns zwar körperlich versorgt, aber irgendwie erscheint es eher funktional und wenig feinfühlig, empathisch. Die Mutter/der Vater hat selber dieses Muster in sich und wurde in seinen Gefühlen und Bedürfnissen nicht genug gesehen , keiner hat so richtig auf ihn/sie reagiert, in seinen individuellen Bedürfnissen Moment zu Moment. Das Muster gibt sich transgenerationell von Generation zu Generation weiter. In der Bindungstheorie nennt man es ein unsicher-vermeidendes Bindungsmuster. DH das Kind drückt seine Empfindungen anfangs kongruent aus, der Erwachsenen reagiert aber wenig oder verzögert und an den aktuellen Bedürfnissen des Kindes vorbei. Anfänglich sucht der Säugling weiter die Aufmerksamkeit der Bezugsperson, auch Neugeborene haben da schon große Kompetenzen, trotz all der körperlichen Abhängigkeit. Sieht man sich Interaktionen von Mutter und Kind an, sind diese unglaublich komplex und beinhalten alle Ebenen der sozialen Interaktion, bereits früh besteht eine komplexes intuitiv geleitetes Zusammenspiel zwischen Papa und Kind (Mama und Kind). Ist nun die elterliche Intuition -durch diesen innere Modell und seine internen gespeicherten Repräsentationen oder Ideen und Glaubenssätze verstellt oder gestört- so reagiert der Erwachsene nicht angemessen auf das Baby oder ist verzögert oder agiert etwas aus, von dem er /sie der Meinung ist, das sollte er tun. Das Baby wird unzureichend gesehen. Im schlimmsten Falle gar nicht und man weiß, dass diese selbst körperlich gut versorgten Kinder, denen emotional nicht begegnet wurde, tatsächlich sterben. Kinder, die dieses Muster erleben, schalten irgendwann ihre Bindungssuche bei Unsicherheit, Schmerz und Angst ab und „kommen damit alleine klar“. Die Stresshormone von Cortison und Adrenalin werden genauso gebildet wie bei sicher gebundenen Kindern, die Emotionen werden aber zunächst nicht ausgedrückt und verbleiben dadurch im Körper. Erwachsene , die dazu passen neigen dazu, das Kind zu beschwichtigen: bei Schmerz zum Beispiel sagen sie „Ist doch nicht schlimm“, bei Traurigkeit und Angst ignorieren sie dieses oder beharren auf das psotive Gefühl. Diese Kinder lachen oft viel, sind (scheinbar) der Sonnenschein der Familie. Das machen sie, um Bindung und Integration, Dazugehörigkeit zu bekommen. Sie haben gelernt , dass sie nur dann Zuwendung und Liebe bekommen. Sie bedienen ihre Eltern und andere. Sie sorgen dafür, dass andere sich wohl fühlen. Ihre eigenen Emotionen , Ängste, Stress drücken sie zunächst nicht aus. Es besteht eine große Gefahr für diese Kinder und späteren Erwachsenen, körperlich krank zu werden, Asthma, Allergien, psychosomatische Krankheiten folgen zum Beispiel. Zunächst sind sie in Gruppen, Kindergärten jedoch gerne gesehen, da sie lange Zeit als bequem und angenehm empfunden werden. Bis sich ihr internes, nicht abgebautes Stressniveau kumuliert und sie sehr unangenehme werden können. Sie fallen entweder überall auf und agieren ihren Stress aus, da sie nicht in der Lage sind, es zu zeigen, im Spiel oder Kreativität auszudrücken oder bei der Bindungsperson (Mama/Papa/ Freund/Freundin..) auszudrücken, stattdessen landet der Stress in ihrem Wesen, ihrer Struktur, ihrem Charakter und Körper. Im Kleinkindalter erscheinen plötzlicher Kindstod und massive Selbstgefährdung, später Neigung zu Sucht und Krankheiten. Generell sind es oft eher angepasste und angenehme Erwachsene. Letztendlich ist es nur ein Interaktionsmuster, dass suboptimal für die Entwicklung ist. Und ein Gefühl von sehr versteckter Leere und Einsamkeit und Stress hinterlässt. Wir alle haben Teile dieses Musters in uns, da unsere Bedürfnisse in dieser Gesellschaft oft immer noch nicht genug aufgegriffen worden sind. Die NICHD Studie, US, zeigt , dass diese Kindergartenkinder im Gegensatz zu sicher gebundenen Kindern nicht in der Lage sind, nachmittags ihren Eltern ihre Sorgen und Schmerzen zu zeigen, sie gefallen eher. Somit ist für die Kleinkinder auch die Fremdbetreuung überaus stressbeladen. Irgendwann werden sie auch dort auffällig, beißen, hauen und agieren wenig sozial oder werden krank und in sich gekehrt.


Was können wir tun?

Dieses Muster ist aus meiner persönliche Sicht sehr vehement und rigide in unseren Familien. Oft braucht es massive äußere Stressoren, damit es zusammenbricht und auffällt. Erst dann kann man stoppen und es als Erwachsener fühlen und verstehen lernen. Das erste Zulassen der empfundenen Gefühle ist massiv und existentiell. Alle Muster, die solange verdrängt und unter den Teppich gekehrt worden sind, kommen hoch und wollen gesehen, gehalten und verarbeitet werden. Alle auf einmal. Oft bricht die Abwehr komplett zusammen. Das ist die große Gefahr, denn dieser Zustand erscheint auch für Erwachsene so beängstigend, dass man das Gefühl hat, wenn man es zulässt, nicht mehr funktionieren zu können. Darauf folgen wiederum neue Ängste und Sorgen, dass das Leben zusammenbricht. Man neigt dazu, alle erdenklichen Abwehrmechanismen auszuleben, auf andere zu projizieren, irgendjemand erscheint der Böse, um sich selber zu erleichtern. In diesen Zeiten ist es wichtig, eine vertraute Bezugsperson aufzusuchen, ihr konkret zu sagen, bittet hör nur zu und halte die Gefühle mit mir, mehr brauche ich nicht, bitte interpretiere nicht und drück mir nichts auf, ich bin gerade zu empfindlich, instabil und zu offen für Alles. Es ist wichtig Self Nutrition zu lernen: DH sich selber liebevoll und ruhig zu versorgen und für sich selber da zu sein. Eine Auszeit zu nehmen, bevor man krank wird. Den Fokus auf sich zu legen. Sich Tee zu machen, Yoga, Atemübungen... oder was immer das eigene Nervensystem beruhigt. Und das Wichtigste ist, einfach (ohne etwas zu tun, ohne PC und Handy) einfach zu sitzen, möglichst an einem sicheren Ort. Den sicheren Ort in sich zu finden. Innere Phantasiereisen von einem (imaginären) sicheren Ort zu finden, zu meditieren oder nur auf dem Balkon (oder wo es sicher erscheint) zu sitzen und zu fühlen. Wenn es zu viel erscheint, kann man innerlich sich sagen, was man schaffen würde, vielleicht kann man gerade nur 5 Minuten diesen Zustand fühlen, vielleicht eine halbe Stunde , vielleicht ist man stark genug, es 3 Jahre zu fühlen. Diese Gefühle sind wie ein Gast, der gesehen und bewirtet werden will, dann transformieren sie sich und zeigen ihre Weisheit dahinter. Jedes Dagegengehen, jedes Wegschieben macht das Gefühl größer. Jede Identifizierung damit ebenso. Jede Geschichte darüber lässt es sich noch stärker im System verankern.

Es reicht ein Beobachten und weiter atmen. Auch, wenn es nicht so scheint. Die Techniken, die ich als hilfreich kenne, erscheinen an anderer Stelle. Das Muster ist getrieben von Angst und Unsicherheit, Gedanken und Sorgen, die in diese Richtung gehen, nähren und verstärken es. Echte Ruhe und authentische Begegnung und Bindungen beruhigen es und lassen es ausklingen. Letztendlich müssen wir dieses Bindungsmuster in uns erkennen und damit anders verfahren, als wir es real als Kind erfahren haben. Wir müssen uns in unserer Angst und Unruhe sensitiv mitfühlend begegnen , Negativgedanken und Glaubenssätze über uns und andere ignorieren, um es zu transformieren. Dann wird es zu einem inneren Tanz zwischen Einkehr und Frieden und Explorieren ; Begenung und Kreieren in der Welt.


Villaofwonderment.com

- Dieses Label ist ein work in progress Label und wird sich verändern, ganz konkret lebe und arbeite ich mit meinem Modell in meiner Psychotherapeutischen Praxis/Coaching, derzeit in Berlin, aktuell finden auch bei mir große Veränderungen statt und das Format wird sich ändern.

Zusätzliche Informationen gibt es bereits zuhauf in der Bindungstheorie, Ainsworth und Bowlby und der Entwicklungspsychologie, Carl Jung, Übertragung und Gegenübertragung, dem Wissen der Abwehrmechanismen., den Arbeiten und wissenschaftlichen Videobeispielen der Erforschung von Interaktionsmustern zwischen kleinen Kindern und Bindungsperson, Daniel Stern hat die kindliche Seite überwältigend gut beschrieben, ich habe (neben anderen) ein Buch zu der elterlichen Seite und den Störungen der elterlichen Intuition geschrieben,

und es wird mehr folgen,

mir geht es darum, die pathologischen oder unbrauchbaren Interaktionsmuster in unserer Gesellschaft und in uns selbst zu beleuchten, zu verstehen, als das , was sie sind u verstehen: nämlich internalisierte Muster aus Erfahrungen und nicht auf sich selber oder andere zu projizieren und auszuleben. Eine andere Art des Miteinanders, die geprägt ist von Wertschätzung, Empathie und Authentizität ist einfach und auf ihrem Weg. Dafür müssen wir aber alle uns immer wieder stoppen, ebenso wie wir die Muster bei Anderen stoppen, sich auszuleben. Für den Rahmen ist zb die personenzentrierte Herangehensweise von Carl Rogers hilfreich. Es gibt schon all das Wissen, das wir brauchen, um uns besser zu fühlen und zu leben, wir müssen es nur anwenden lernen. Und sichere Basen finden. Orte und Menschen, wo wir auftanken können, zu uns und unserem Wissen in uns selber finden können, um dann wieder loszugehen. Mir geht es darum, dass wir die Muster in uns mehr verstehen, wissen, wie wir sie ändern können und somit weniger hilflos und ohnmächtig ausgeliefert sind, wenn andere bewusst oder unbewusst diese Muster gegen uns nutzen oder ausagieren. Mir geht es darum, dass wir erkennen, dass es lediglich erlernte und verinnerlichte Muster sind, und absolut nichts mit unserem Wert oder dem Wert des Anderen zu tun haben.


Disclaimer: Dieses hier ist keine wissenschaftliche Arbeit und nur ein Auszug meiner persönlichen Meinung und Erfahrungswissen. Ich stelle hier keine Berufsgruppe dar, sondern artikuliere lediglich meine persönliche Meinung aus meinem Blickwinkel. Meine berufliche Seite finden Sie/Ihr auf www.kinderberlin.net, eine wissenschaftliche Arbeit finden Sie in meinem ersten Buch.

Jeder Artikel stellt nur eine Seite dar, man kann dieses von vielen Seiten beleuchten. Bitte entscheiden Sie/Du immer passend zu Deiner/Ihrer eigenen Intuition und derzeitigen Lage, was passend für Dich ist. Mein Ort ist nur eine von vielen Sicheren Basen/Felsen in der Brandung, an dem man wieder auftanken und zu sich kommen kann. Wähle bitte, was für Dich speziell passt und achte darauf, wo Du vertrauen kannst und Dich gesehen fühlst. Unser Rahmen erscheint sicherlich mitunter als strikt, oft scheinbar sehr drängendes kann nicht sofort ausgedrückt werden, aber ich bin davon überzeugt, dass es dieses Rahmens benötigt und dieser nicht angetastet werden darf. In sofern ist er nicht veränderbar.


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